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Piazza Venezia & Altare della Patria

  • monument
  • piazza
  • 4.5
  • Preis: Free (panoramic elevator: €10)
  • Öffnungszeiten: 09:30 - 19:30
Wegbeschreibung
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Geschichte

1885 schrieb Rom einen internationalen Architekturwettbewerb für ein Denkmal aus, das Viktor Emanuel II. ehren sollte, den ersten König des geeinten Italien, der sechs Jahre zuvor gestorben war. Den Zuschlag erhielt der aus den Marken stammende Architekt Giuseppe Sacconi, und noch im selben Jahr begannen die Bauarbeiten am Nordhang des Kapitolshügels — wofür ein dichtes mittelalterliches Viertel und ein Teil des Hügels selbst weichen mussten. Sacconi starb 1905, lange vor der Fertigstellung, und das Projekt ging an ein Architektentrio über — Manfredo Manfredi, Pio Piacentini und Gaetano Koch —, das den Bau 1935 offiziell abschloss, obwohl das Denkmal bereits 1911, noch unvollendet, zum fünfzigsten Jahrestag der italienischen Einigung eingeweiht worden war.

Nach dem Ersten Weltkrieg erhielt das Denkmal sein eindringlichstes Element: 1921 wurden die sterblichen Überreste eines nicht identifizierten italienischen Soldaten, ausgewählt unter unbekannten Gefallenen, die auf Schlachtfeldern im ganzen Land exhumiert worden waren, nach Rom gebracht und unter der Statue der Göttin Roma am Fuß des Denkmals beigesetzt. Seither wacht eine Ehrengarde der italienischen Streitkräfte über das Grab des unbekannten Soldaten, und die dort Tag und Nacht brennende ewige Flamme machte aus einem Denkmal für einen König zugleich einen Ort der Trauer um eine ganze Generation einfacher Soldaten.

Wussten Sie schon?

So richtig ans Herz gewachsen ist das Vittoriano den Römern nie, und das zeigen schon seine Spitznamen: "Hochzeitstorte" für sein gestuftes, zuckerweißes Profil und "Schreibmaschine" für die kolonnadierten Treppenstufen, die an alte Schreibmaschinentasten erinnern. Aus strahlend weißem Botticino-Marmor errichtet auf einem Hügel, der ansonsten aus warmem Travertin und ockerfarbenem Putz besteht, sticht das Monument bewusst hervor — allerdings nicht immer wohlwollend: Futuristische Kritiker der frühen zwanziger Jahre verglichen es gar mit einem überdimensionierten Sanitärobjekt. Trotzdem ist es zu einer der meistfotografierten Kulissen der Stadt geworden — ein Beweis, dass ein Bauwerk gleichzeitig belächelt und geliebt werden kann.

Der benachbarte Palazzo Venezia, der der Piazza ihren Namen gibt, trägt eine ebenso schwergewichtige Geschichte: Benito Mussolini hatte in den 1930er-Jahren sein Amtszimmer im Sala del Mappamondo und richtete von dessen Balkon aus riesige, unten versammelte Menschenmengen an — darunter 1936 die Proklamation des italienischen Imperiums und 1940 die Kriegserklärung. Seit dem Ende des Faschismus ist der Balkon versiegelt, doch er bleibt eine der deutlichsten Erinnerungen daran, dass die Piazza Venezia mehr als ein Kapitel italienischer Geschichte erlebt hat.

Gut zu wissen

Die unteren Terrassen, die Säulengänge und das Grab des unbekannten Soldaten sind frei zugänglich für jeden, der über den Platz geht — für die ewige Flamme oder den Blick auf die bronzenen Quadrigen aus der Nähe braucht es kein Ticket. Der gläserne Panoramaaufzug zur Dachterrasse dagegen ist eine eigenständige, kostenpflichtige Attraktion mit eigener Kasse, völlig unabhängig von den kostenlosen Bereichen des Denkmals.

Diese Dachterrasse zählt tatsächlich zu den besten Aussichtspunkten Roms: ein 360°-Panorama über das Forum Romanum, das Kolosseum, das Kapitol und die Kuppel des Petersdoms — und die Warteschlangen sind meist spürbar kürzer, als man angesichts der Aussicht erwarten würde. Die Piazza Venezia selbst ist einer der verkehrsreichsten Knotenpunkte der römischen Innenstadt, also lieber die Fußgängerüberwege nutzen statt spontan zu queren, und ein Besuch am späten Nachmittag lohnt sich, wenn das flache Licht den weißen Marmor golden aufleuchten lässt.