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Castel Sant'Angelo

  • castle
  • 4.6
  • Preis: €15
  • Öffnungszeiten: 09:00 - 19:30
Wegbeschreibung
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Geschichte

Kaiser Hadrian ließ das Mausoleum zwischen 135 und 139 n. Chr. als letzte Ruhestätte für sich und seine Familie errichten; er starb 138, ein Jahr vor der Fertigstellung, und wurde als einer der Ersten dort beigesetzt. Das Bauwerk war ein gewaltiger zylindrischer Trommelbau, ursprünglich gekrönt von einem Zypressenhain und einer Kolossalstatue des Kaisers, und stand neben einer eigens errichteten Brücke, dem Pons Aelius, den Hadrian als prunkvollen zeremoniellen Zugang hatte bauen lassen — sie besteht, stark verändert, bis heute als Ponte Sant'Angelo fort. Fast ein Jahrhundert lang wurden im Grabmal weitere Kaiser bestattet, zuletzt Caracalla im Jahr 217 n. Chr.

Bereits im späten 3. Jahrhundert war das Mausoleum in Roms Verteidigungsmauern einbezogen und zu einer Festung umgebaut worden, mit der Zeit wurde es zu einer päpstlichen Zwingburg. 1277 ließ Papst Nikolaus III. den Passetto di Borgo errichten, einen 800 Meter langen, erhöht verlaufenden Gang, der den Vatikanpalast direkt mit der Festung verbindet. Er diente in Momenten echter Gefahr als Fluchtweg, am berühmtesten 1527, als Papst Clemens VII. während des Sacco di Roma über ihn floh und in der Festung Zuflucht fand, während die meuternden kaiserlichen Truppen Karls V. die Stadt darunter plünderten.

Wussten Sie schon?

Wussten Sie schon?

Der heutige Name des Bauwerks geht auf das Jahr 590 zurück, als Papst Gregor der Große eine Prozession durch Rom anführte, um das Ende einer verheerenden Pestepidemie zu erbitten, und der Überlieferung nach eine Vision des Erzengels Michael über dem Mausoleum hatte, der sein Schwert in die Scheide steckte — gedeutet als Zeichen, dass die Pest bald enden würde. Die Festung wurde in Castel Sant'Angelo, "Engelsburg", umbenannt, und seither krönt sie in wechselnder Gestalt stets eine Engelsstatue; die heute dort stehende Bronzefigur goss der Bildhauer Peter Anton von Verschaffelt im Jahr 1753.

Im Inneren ließ Papst Paul III. eine ganze Suite von Renaissance-Gemächern errichten, darunter die Sala di Amore e Psiche, zwischen 1545 und 1546 von Perin del Vaga und Mitarbeitern mit Szenen aus der Geschichte von Amor und Psyche nach Apuleius' Goldenem Esel ausgemalt. Auf ihre eigene Art ist die Festung auch ein Wallfahrtsort für Opernliebhaber: Der gesamte letzte Akt von Puccinis Tosca spielt auf ihren Wehrgängen, und Puccini soll die Burg persönlich besucht haben, um die genaue Tonhöhe der Morgenglocken festzuhalten, bevor er sie in die Partitur einarbeitete.

Gut zu wissen

Gut zu wissen

Besucher steigen dieselbe monumentale Spiralrampe hinauf, die einst Trauerzüge in das Innere von Hadrians ursprünglichem Bauwerk aus dem 2. Jahrhundert führte — eine seltene Gelegenheit, fast intakte römische Ingenieurskunst zu durchqueren, statt sie nur zu betrachten. Weiter oben öffnen sich von den Terrassen weite Ausblicke über den Tiber und die Dächer bis hin zum Petersdom, besonders eindrucksvoll am späten Nachmittag.

Auch der Weg dorthin gehört zum Erlebnis: Die Ponte Sant'Angelo, die Fußgängerbrücke zur Festung, ist von zehn Marmorengeln gesäumt, die Gian Lorenzo Bernini in den 1660er-Jahren entwarf und seine Werkstatt ausführte — jeder von ihnen trägt ein Werkzeug der Passion Christi. Die beiden Engel, die Bernini eigenhändig schuf, galten als zu kostbar, um der Witterung ausgesetzt zu bleiben, und wurden in die Kirche Sant'Andrea delle Fratte gebracht; die heute auf der Brücke stehenden Figuren sind daher Werkstattkopien — dennoch beeindruckend, besonders bei nächtlicher Beleuchtung.