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Basilika San Clemente

  • sacred
  • hidden-gem
  • 4.7
  • Preis: Free (underground levels: €10)
  • Öffnungszeiten: 09:00 - 12:30, 15:00 - 18:00
Wegbeschreibung
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Geschichte

Die heute sichtbare Basilika ist Papst Clemens I. geweiht, einem der frühesten Bischöfe Roms, und wurde im frühen 12. Jahrhundert errichtet, nachdem normannische Truppen unter Robert Guiskard diesen Stadtteil 1084 geplündert und die viel ältere Kirche, die dort seit Jahrhunderten stand, schwer beschädigt hatten. Statt das zerstörte Gebäude abzutragen, füllten die mittelalterlichen Baumeister es mit Erde und Schutt und errichteten die neue Basilika direkt auf ihren Fundamenten — eine Entscheidung, die, ohne dass es jemand beabsichtigt hätte, alles darunter für die nächsten siebenhundert Jahre versiegelte und bewahrte.

Seit dem späten 17. Jahrhundert wird San Clemente von irischen Dominikanermönchen betreut, die durch antikatholische Gesetze aus Großbritannien und Irland vertrieben worden waren und die Kirche 1677 übernahmen. Einer von ihnen, Pater Joseph Mullooly, begann 1857, fasziniert von alten Hinweisen auf eine frühere, angeblich am selben Ort verschüttete Kirche, unter dem Boden der Basilika zu graben — und legte, Schicht für Schicht, einen der bemerkenswertesten archäologischen Funde Roms frei.

Drei Kirchen übereinander

Drei Kirchen übereinander

Steigt man unter den heutigen Boden hinab, gelangt man in die ältere Basilika, die um das 4. Jahrhundert erbaut und, samt Schutt, bewusst verschüttet wurde, als darüber die neuere Kirche errichtet wurde. Ihre Wände tragen noch Freskenzyklen aus dem 9. bis 11. Jahrhundert, verblasst, aber lesbar — Heilige und biblische Szenen, die genau deshalb überdauert haben, weil sie siebenhundert Jahre lang niemand sehen oder berühren konnte, bis Mulloolys Ausgrabung sie in den 1860er-Jahren wieder ans Licht brachte.

Eine Ebene tiefer, in den gewachsenen Fels geschlagen, liegen die Überreste eines römischen Wohnhauses aus dem 1. Jahrhundert neben dem, was vermutlich eine Münzprägestätte war, und im Inneren des Hauses ein Mithräum: ein kleines, fensterloses Heiligtum für den Kult des Mithras, eines Gottes persischen Ursprungs, dessen reiner Männerkult mit geheimen Initiationsriten besonders unter römischen Soldaten zwischen dem 1. und 4. Jahrhundert n. Chr. verbreitet war. Hier versammelten sich einst Eingeweihte um einen Steinaltar und steinerne Bänke, in fast völliger Dunkelheit. Steigt man heute bis zum tiefsten Punkt der Anlage hinab, hört man noch immer — und sieht an einer Stelle sogar — eine Quelle, die durch einen antiken Kanal fließt, dessen eigentlicher Ursprung nie vollständig geklärt wurde.

Wussten Sie schon?

Ein Fresko in der mittleren Kirchenebene wird von Sprachwissenschaftlern ebenso geschätzt wie von Kunsthistorikern: Es zeigt einen römischen Adligen namens Sisinnius, der, durch ein Wunder getäuscht, statt des entkommenen heiligen Clemens eine Steinsäule fortschleift und dabei seine Knechte anflucht, kräftiger zu ziehen. Er spricht dabei nicht Latein, sondern eine frühe, alltägliche Form der römischen Volkssprache, die dem Italienischen nahesteht — womit die Inschrift zu einem der ältesten erhaltenen schriftlichen Zeugnisse der italienischen Volkssprache wird, rund zweihundert Jahre vor Dante.

Die unteren Ebenen blieben so lange versiegelt und vergessen, dass selbst die Mönche, die Generation um Generation direkt darüber lebten, keine Ahnung hatten, was sich unter ihrer eigenen Kirche verbarg. Erst ein Prior des 19. Jahrhunderts, der kaum mehr als einer Ahnung folgte und einigen alten Texten nachging, die von einem "älteren San Clemente" sprachen, brachte all das wieder ans Licht.

Gut zu wissen

Die obere Basilika ist kostenlos zugänglich, die unterirdischen Ebenen erfordern jedoch ein separates, kostenpflichtiges Ticket, das an einem Schalter in der Kirche erhältlich ist — kostenlos lassen sie sich nicht besichtigen, wobei für einen üblichen Besuch auf eigene Faust keine Online-Vorbuchung nötig ist. Unter der Erde ist Fotografieren nicht erlaubt, weshalb dieser Ort in Rom am besten mit den eigenen Augen erlebt wird und nicht durch ein Kameradisplay.

Die tiefsten Ebenen liegen mehrere Meter unter Straßenniveau und bleiben spürbar kühler und feuchter als die Kirche darüber, selbst in den heißesten Monaten Roms — eine leichte Jacke lohnt sich also auch im Sommer. Planen Sie mindestens 45 Minuten für den vollständigen Abstieg durch alle drei Ebenen ein — mehr, wenn Sie bei den Fresken verweilen und die Informationstafeln unterwegs lesen möchten.