Trevi-Brunnen
- monument
- Preis: Free
- Öffnungszeiten: 24/7
Geschichte
Der Brunnen, der heute die Piazza di Trevi füllt, ist das Ergebnis eines umstrittenen, jahrzehntelangen Planungsprozesses. 1730 schrieb Papst Clemens XII. einen Wettbewerb für einen monumentalen Brunnen an dieser Stelle aus, und obwohl der florentinische Architekt Alessandro Galilei ihn gewann, führte die öffentliche Empörung darüber, dass ein Nicht-Römer den Auftrag erhalten sollte, dazu, dass der Papst das Projekt stattdessen dem Zweitplatzierten übertrug: dem Römer Nicola Salvi. Der Bau begann 1732, und Salvi widmete ihm den Rest seines Lebens; als er 1751 starb, war der Brunnen erst zur Hälfte fertig. Giuseppe Pannini übernahm das Projekt, änderte Teile des ursprünglichen Entwurfs und vollendete das Werk schließlich 1762 — dreißig Jahre nach der Grundsteinlegung und elf Jahre nach Salvis Tod.
Der Trevi-Brunnen ist keine freistehende Skulptur, sondern der dekorative Endpunkt der Aqua Virgo, eines Aquädukts, das Marcus Agrippa 19 v. Chr. bauen ließ, um die öffentlichen Bäder Roms mit Wasser zu versorgen. Anders als die meisten antiken Aquädukte der Stadt fiel die Aqua Virgo nie vollständig außer Betrieb; über zwei Jahrtausende hinweg mehrfach restauriert und umgeleitet, ist sie in veränderter Form bis heute die Quelle, die den Brunnen speist — eine noch funktionierende Verbindung zum augusteischen Rom, verborgen unter Salvis barocker Bühnenkulisse.
Wussten Sie schon?
Die imposante Gestalt in der zentralen Nische des Brunnens wird oft für Neptun gehalten, ist aber tatsächlich Oceanus, der Titan, der in der griechischen Mythologie den großen Strom verkörperte, von dem man glaubte, er umfließe die ganze Welt. Flankiert wird er von zwei allegorischen Figuren des Bildhauers Filippo della Valle: der Fülle (Abundantia), die Wasser aus einer umgekippten Urne gießt, und der Gesundheit (Salubritas), die einen Becher hält, aus dem eine Schlange trinkt — ein Verweis auf die Reinheit des Wassers der Aqua Virgo. Der Name „Trevi" selbst leitet sich vermutlich von „tre vie" ab, den drei Straßen, die einst an dieser Stelle zusammenliefen.
Zu zweiter, filmischer Berühmtheit gelangte der Brunnen 1960, als Federico Fellini Anita Ekberg für La Dolce Vita nachts in einem schwarzen Abendkleid durch das Wasser waten ließ, während sie einen nervösen Marcello Mastroianni zu sich winkte. Die Szene, heute eines der meistzitierten Bilder der Filmgeschichte, brauchte eine ganze Woche kalter Märznächte zum Drehen — Ekberg soll das eiskalte Wasser fast nur in ihrem Kleid überstanden haben, während Mastroianni unter seinem Anzug einen Neoprenanzug tragen musste, um die Kälte auszuhalten.
Die Tradition des Münzwurfs
Das bekannteste Ritual am Brunnen ist denkbar einfach: mit dem Rücken zum Wasser stehen und mit der rechten Hand eine Münze über die linke Schulter werfen. Der Volksglaube besagt, dass eine Münze die Rückkehr nach Rom garantiert; eine zweite soll Liebe mit einem Italiener oder einer Italienerin bringen; eine dritte, die Ehe. Der Überlieferung nach sollte jede Münze einzeln geworfen werden, ein Wunsch nach dem anderen, statt alle auf einmal.
All diese Wünsche summieren sich zu einer beachtlichen Summe: Städtische Mitarbeiter kehren schätzungsweise ein bis anderthalb Millionen Euro an Münzen pro Jahr aus dem Becken. Der Erlös wird an Caritas gespendet, die damit eine Suppenküche, eine Lebensmittelausgabe und Sozialprogramme für Bedürftige in Rom finanziert — die geworfene Münze tut also so oder so etwas Gutes, ganz gleich, ob sich der Wunsch erfüllt.
Gut zu wissen
Der Trevi-Brunnen ist einer der meistfotografierten Orte der Welt, und die Piazza ist zu jeder Jahreszeit vom späten Vormittag bis tief in die Nacht überfüllt. Für ein Foto ohne Menschenmauer davor sollte man vor 8 Uhr morgens kommen: Der Brunnen sieht genauso aus, aber die Menschenmassen sind noch nicht da, und das frühe Licht auf dem Travertin ist ein zusätzlicher Bonus.
Eine städtische Verordnung schützt Roms historische Brunnen: Sitzen, Essen oder Trinken am Beckenrand ist verboten und wird mit Bußgeldern von etwa 40 bis 240 Euro geahndet; wer ins Wasser steigt, riskiert eine deutlich höhere Strafe ab rund 450 Euro. Seit Februar 2026 ist für den unmittelbaren Zugang zum Beckenrand — um eine Münze zu werfen oder ein Nahaufnahme-Foto zu machen — zusätzlich ein Ticket für 2 Euro nötig, das vor Ort per Karte oder QR-Code erworben werden kann und zwischen 9 und 22 Uhr gilt (montags und freitags ab 11:30 Uhr); nach 22 Uhr ist der Zugang zum Rand wieder kostenlos, ebenso wie der Blick auf den Brunnen vom übrigen Platz aus. Ausgenommen sind Einwohner Roms, Kinder unter fünf Jahren und Menschen mit Behinderung.