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Piazza Navona

  • piazza
  • 4.7
  • Preis: Free
  • Öffnungszeiten: Always open
Wegbeschreibung
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Geschichte

Die Piazza Navona liegt genau über dem Stadion des Domitian, einer Arena, die der Kaiser um 86 n. Chr. als Roms erste feste Anlage für griechisch geprägte Athletikwettkämpfe, die sogenannten agones, einweihen ließ — ein Begriff, der sich über Jahrhunderte hinweg im Dialekt gewandelt und schließlich zum Namen "Navona" verschliffen haben soll. Einst konnten hier rund 30.000 Zuschauer den Laufwettbewerben folgen, und die lang gestreckte Ovalform des Stadions entspricht bis heute exakt dem Grundriss des Platzes: Wer ihn umrundet, folgt der Linie der antiken Sitzränge, und Fragmente der ursprünglichen Travertinstruktur sind noch immer unterirdisch, unter den umliegenden Gebäuden, erhalten.

Nachdem das Stadion außer Gebrauch geraten war, wurde das Gelände nach und nach überbaut und entwickelte sich bereits im Mittelalter zu einem der wichtigsten Märkte Roms — eine Rolle, die es über Jahrhunderte behielt. Die Verwandlung in den prachtvollen Barockplatz von heute geht auf Papst Innozenz X. Pamphilj zurück, der Mitte des 17. Jahrhunderts seinen Familienpalast und die Kirche Sant'Agnese in Agone entlang einer Seite des Platzes errichten ließ und Bernini mit dem zentralen Brunnen beauftragte — der endgültige Wandel der Piazza Navona vom antiken Sportgelände zu einer der theatralischsten öffentlichen Bühnen der Stadt.

Wussten Sie schon?

Wussten Sie schon?

In der Mitte des Platzes verkörpert Berninis Vier-Ströme-Brunnen, 1651 eingeweiht, die vier großen Flüsse der damals in Europa bekannten Kontinente: den Nil für Afrika, den Ganges für Asien, die Donau für Europa und den Río de la Plata für Amerika. Jedem Flussgott sind Pflanzen und Tiere seines Erdteils zugeordnet, und alle vier tragen gemeinsam einen ägyptischen Obelisken, den Bernini von einem anderen Standort auf den Platz bringen ließ. Stadtführer weisen gern darauf hin, dass der Nil sein Haupt verhüllt und der Río de la Plata den Arm hebt, als würde er zurückschrecken, und erzählen dazu, dies sei Berninis bissiger Seitenhieb gegen seinen Rivalen Francesco Borromini gewesen, der die dem Brunnen gegenüberliegende Fassade von Sant'Agnese in Agone entwarf — als schirmten die Figuren ihre Augen vor Borrominis Kirche ab oder wappneten sich gegen deren möglichen Einsturz. Eine wunderbare Geschichte, die der Chronologie aber nicht standhält: Der Brunnen war bereits 1651 fertiggestellt, während die Arbeiten an Borrominis Fassade erst im Jahr darauf begannen — die Figuren können also unmöglich mit Blick auf ein noch nicht existierendes Gebäude gestaltet worden sein. Historiker deuten die Gesten schlicht als kompositorische Kunstgriffe: Die Verhüllung steht dafür, dass die Nilquelle damals noch unbekannt war, der erhobene Arm verleiht der Pose zusätzliche Dynamik.

Rund zwei Jahrhunderte lang, von 1652 bis das Verfahren Mitte des 19. Jahrhunderts aus hygienischen Gründen verboten wurde, fluteten die Römer jeden Sommer den Platz selbst. An Sommerwochenenden wurden die Abflüsse der Brunnen verschlossen, und der Boden des Platzes, damals leicht konkav — heute nicht mehr —, füllte sich mit Wasser zum sogenannten "Lago di Piazza Navona". Adlige fuhren zur Abkühlung in Kutschen hindurch, während einfache Römer im improvisierten See planschten und badeten — ein beliebtes, heute verschwundenes Ritual des römischen Sommers.

Gut zu wissen

Die Piazza Navona ist kostenlos und rund um die Uhr zugänglich, weshalb sich ein Besuch fast zu jeder Tageszeit lohnt: früh am Morgen für menschenleere Fotos der Brunnen, abends für die Atmosphäre der Straßenkünstler, Porträtmaler und Musiker, die sich entlang des Platzes niederlassen. Er zählt zu den beliebtesten Plätzen Roms, weshalb er vom späten Vormittag bis zum Nachmittag oft dicht mit Touristen und Reisegruppen gefüllt ist; wer ihn ohne Gedränge erleben möchte, kommt besser früh morgens oder spät am Tag.

Die Cafés und Restaurants mit Tischen direkt auf dem Platz lassen sich die Aussicht teuer bezahlen, und die Küche hält selten, was der Preis verspricht. Schon zwei, drei Minuten Fußweg in die umliegenden Seitenstraßen führen zu besseren und fair kalkulierten Mahlzeiten — den Platz selbst spart man sich besser für einen Kaffee, ein Gelato oder einfach dafür auf, sich auf die Stufen zu setzen und das Treiben zu beobachten.