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Petersdom

  • sacred
  • 4.9
  • Preis: Free (dome access: €8-10)
  • Öffnungszeiten: 07:00 - 19:00
Wegbeschreibung
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Geschichte

Der christlichen Überlieferung zufolge steht der Petersdom über der Grabstätte des Apostels Petrus, der im 1. Jahrhundert n. Chr. in Rom das Martyrium erlitt. Im 20. Jahrhundert stießen Archäologen bei Ausgrabungen unter dem Hauptaltar, die vom Vatikan selbst in Auftrag gegeben worden waren, auf eine Nekropole aus römischer Zeit und darin auf ein Grab, das der Vatikan als mit dieser Überlieferung vereinbar einstuft. 1968 verkündete Papst Paul VI., die dort gefundenen Knochenfragmente seien „auf eine Weise identifiziert worden, die wir als überzeugend betrachten können" — eine bewusst vorsichtige Formulierung, denn ein unabhängiger wissenschaftlicher Identitätsnachweis existiert nicht, und manche Archäologen bezweifeln diese Schlussfolgerung bis heute.

Das Gebäude, das Besucher heute sehen, ist tatsächlich bereits der zweite Bau an dieser Stelle. Die Arbeiten begannen 1506 unter Papst Julius II. und ersetzten eine Basilika aus dem 4. Jahrhundert, die Kaiser Konstantin errichten ließ und die mehr als tausend Jahre gestanden hatte. Donato Bramante entwarf den ersten Plan; nach seinem Tod ging das Projekt durch die Hände mehrerer Architekten, bis Michelangelo 1547 die Leitung übernahm und die Kuppel neu entwarf, die das Gebäude bis heute krönt. Carlo Maderno verlängerte später den Grundriss zu einem lateinischen Kreuz und fügte die Fassade hinzu, während Gian Lorenzo Bernini die geschwungene Säulenkolonnade des Platzes und den bronzenen Baldachin über dem Hauptaltar schuf. Geweiht wurde die Basilika schließlich 1626 — ganze 120 Jahre nach der Grundsteinlegung.

Michelangelos Kuppel

Michelangelos Kuppel

Michelangelo war schon über siebzig, als er 1547 die Bauleitung übernahm, und er arbeitete unentgeltlich, als Akt der Frömmigkeit, den Rest seines Lebens daran. Er erlebte nur die Vollendung des Tambours; als er 1564 starb, existierte die eigentliche Kuppel noch gar nicht. Giacomo della Porta und Domenico Fontana vollendeten sie zwischen 1588 und 1590 — in nur 22 Monaten, mit bis zu 800 Arbeitern — und veränderten dabei Michelangelos Entwurf von einer Halbkugel zu einer etwas spitzeren Form für mehr strukturelle Stabilität.

Mit rund 136 Metern vom Boden bis zur Spitze des Kreuzes bleibt die Kuppel nach althergebrachter Übereinkunft das höchste Bauwerk Roms, und Höhenbeschränkungen in der historischen Altstadt sorgen dafür, dass das so bleibt. Der Petersdom gilt zudem nach den meisten Maßstäben als größte Kirche der Christenheit: Messingmarkierungen im Boden des Mittelschiffs zeigen die Länge anderer großer Kathedralen der Welt, und keine von ihnen erreicht die 218 Meter des Petersdoms.

Wussten Sie schon?

Am 21. Mai 1972 kletterte ein Mann namens Laszlo Toth über die Absperrung vor Michelangelos Pietà — der Skulptur der Jungfrau Maria mit dem Leichnam Christi in ihren Armen, die der Künstler mit Anfang zwanzig vollendet hatte — und schlug mit einem Geologenhammer auf sie ein, während er schrie, er sei Jesus Christus. Er versetzte dem Marmor rund fünfzehn Schläge, bevor entsetzte Umstehende ihn wegzerrten; dabei brach Marias Arm am Ellbogen ab, und Nase und ein Augenlid wurden beschädigt. Die Restaurierung dauerte Monate, und seither steht die Pietà hinter Schutzglas — als einzige Skulptur der Basilika, die auf diese Weise gesichert ist.

Wer durch die Tore der Basilika tritt, verlässt streng genommen Italien: Der Petersdom liegt innerhalb der Vatikanstadt, eines unabhängigen Staates von weniger als einem halben Quadratkilometer, und eine Linie auf dem Pflaster des Petersplatzes markiert die Grenze. Bernini entwarf seine Kolonnade — vier Säulenreihen, 284 insgesamt — so, dass sie wie zwei Arme wirkt, die sich von der Kirche aus öffnen, um jeden zu umarmen, der auf dem Platz ankommt — eine Metapher, mit der er sein Werk selbst beschrieben haben soll.

Gut zu wissen

Der Eintritt in die Basilika ist kostenlos, doch Besucher sollten mit Sicherheitskontrollen wie am Flughafen rechnen und, in der Hauptsaison, mit Warteschlangen, die sich über den ganzen Platz ziehen; wer früh morgens oder in der letzten Stunde vor Schließung kommt, wartet meist kürzer. Ein strenger Dresscode gilt ausnahmslos für alle — Schultern und Knie müssen bedeckt sein, für Männer wie für Frauen —, also besser Shorts und ärmellose Oberteile für später am Tag aufheben.

Der Aufstieg zur Kuppel ist ein separates, kostenpflichtiges Erlebnis: Man kann den kompletten Aufstieg zu Fuß wählen, 551 Stufen, oder eine kürzere Route, die zunächst einen Aufzug nutzt und trotzdem noch etwa 320 Stufen auf einer zunehmend engen Wendeltreppe übrig lässt. Am besten online im Voraus buchen, um die Warteschlange vor Ort zu umgehen. Da die Basilika innerhalb der Vatikanstadt liegt, wird überall ruhiges, respektvolles Verhalten erwartet — Fotografieren ohne Blitz ist im Mittelschiff generell erlaubt, doch aus Rücksicht auf Betende sollte man leise sprechen.